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Ich habe hier einmal ein paar Auszüge eingestellt und natürlich auch noch einmal den Link zum Adobe Dokument.

                                                


---ODER BIS HIERHIN WAR ES SPASS---

25.01.2007, 08:48 Uhr

kontakte ja einige aber nur wenige mit denen ich jeden tag

schreibe und nur einer der wirklich weiß, warum ich mich

hier "rumtreibe" !

das soll sich zwar ändern, aber noch bin ich nicht wirklich

soweit, ist in meinem kopf, aber kommt einfach nicht aufs

papier, in dem falle in den blog -doch ich bin so weit, denn

ich schreibe ja-auf dem papier kann ich überhaupt nicht

mehr schreiben, schon seit dem 23.02.03 nicht mehr.

anfangs, weil meine hände total eingebunden waren und

später, weil ich mit mir selbst so sehr im klinsch lag oder

noch liege. wie schon gesagt ein weißes blatt papier ist für

mich eine horrorvorstellung. also werde ich hier in meinem

blog meine geschichte aufzuschreiben. eine geschichte von

einem 2. leben, das ich nicht haben wollte, weil ich mit

meinem 1. sehr zufrieden war. wer ich bin, ich heiße ines,

menschen wie mich bezeichnen viele als schwerst

brandverletzt, warum kann man uns nicht einfach weiter

mensch nennen, würde vielleicht vieles leichter machen.

das es bei mir keine groß-und kleinschreibung gibt, ist wohl

jeden, der in meinem blog liest schon aufgefallen. warum ?

weil ich nur noch mit links schreiben kann und die tastatur

für beidhändige ausgelegt ist. keine angst meine rechte

hand habe ich noch, doch durch eine nervenschädigung

sind dauerschmerzen, die folge. aber zurück, mein name ist

richtig, alle anderen namen habe ich geändert, weil ich

keinen gefragt habe, ob ich das alles schreiben darf,.ich

werde versuchen in chronologischer reihenfolge zu

erzählen, auch wenn ich manchmal in mein altes leben

abschweifen werde -kann es ja nicht einfach abstreifen, es

hat mich geprägt, zu dem gemacht was ich bin, wer ich

bin-, in traumwelten abtauche -weil der schmerz zu groß ist

oder ich nicht mehr zwischen realität und wirklichkeit

unterscheiden konnte-oder texte einfüge, die nicht wirklich

etwas damit zu tun haben -für mich aber schon- verwirrend

nicht, geht mir genauso, kommt einfach so aus mir raus.

richtig ist, ich kann euch sagen/schreiben, wo der anfang

-23.feb.2003 gegen 13.35 uhr- und das ende - 21.dez.2006-

ist, als ich mich zum ersten mal hier einloggte als

mondstein! viel spaß beim weiteren lesen,.kann ich nicht

wünschen, denn spaß, hat der weg bis hierher mir nur selten

gemacht, ob ich es schaffe jeden tag zu schreiben, weiß ich

nicht, werde es zumindest versuchen, es gibt halt gute und

schlechte tage, wie bei jedem anderem auch !!



---DÄMMERSCHLAF 1---30.01.2007, 07:32 Uhr

langsam komme ich wieder zu mir, möchte mich bewegen

und kann nicht. wie es wirklich um mich steht, weiß ich

nicht, noch nicht. ständig ist eine schwester bei mir, die

erste, an die ich mich erinnere, habe ich für mich "drachen"

genannt -mitte 30, schlank, kurzes haar-. denn wenn sie

nicht über irgendwenn auf der station meckert, meckert sie

mit mir, weil ich nicht trinke, weil ich nicht esse, weil ich

nicht still liege, weil meine werte schlecht sind usw., usw.,

besonders unerbittlich ist sie, wenn es um die

lungenunterstützung geht, jede andere schwester hat mir

schon einmal ein paar minuten erlassen, denn unter dieser

maske bekomme ich panik -die allererste panikattacke in

meinem leben, es wird die atmung unterstützt und die

angegriffene lunge entlastet-. aber am wenigsten mag ich

sie, weil sie ben konsequent nach einer halben stunde raus

wirft. ben habe ich zwar selbst weggeschickt, aber er

kommt dennoch immer wieder -wirklich verstehen, warum

er sich das antat, kann ich bis heute nicht, wir kennen uns ja

kaum, er schmeißt sogar seinen job, damit jemand für steffi

und david da ist, meine familie kann/will sich nicht

kümmern, da ist ja jemand, jeder von euch weiß selbst, was

er getan oder nicht getan hat-. steffi und david dürfen

überhaupt nicht zu mir -schockgefahr, sorry aber ich habe

mich nicht gesehen, also weiß ich, nicht wie schlimm ich

aussah-, aber sie müssen zum arzt, damit die lunge

kontrolliert wird -alles ok mit der lunge-, sie gehen sofort

weiter zur schule, auch wenn kurz nach dem unfall die

aufmerksamkeit zu wünschen übrig lässt, aber es lenkt sie

ab. da ist schwester margit -vielleicht anfang 40, schlank,

dunkelblondes haar-, die ist lieb, aber immer irgendwie

traurig, sie schimpft nicht, wenn ich nicht esse, bittet mich

aber unbedingt zu trinken, dann bekäme ich wenigstens

einen tropf los, das ist gelogen und das sage ich ihr auch,

verständnislos sieht sie mich an -es wird nicht bei diesem

einem verständnislosen blick bleiben-. sie organisiert mir

ein radio, damit ich unterhaltung habe -private radio´s sind

auf der i nicht erlaubt-, bei ihr darf ich das erste mal nach 8

tagen wieder fernsehen, ausgerechnet die erste staffel dsds -

wo ich dieter sooooooo sehr mag, der programmwählknopf

ist im fernseher unerreichbar für mich-, aber

margit schaut die show mit verklärtem blick, die jungen

leute da, leben ihren traum, weiß ich plötzlich, woher keine

ahnung. mit ihr mach ich die ersten schritte in einen neues

leben mit "links" -wie putzt man sich die zähne - mit links,

wie ißt man - mit links, wie kämmt man sich das haar - mit

links, die liste wird mit der zeit immer länger werden-. da

ist noch katrin, anfang 20, klein, ja fast zu zierlich für

diesen job, immer lächelt sie verträumt und sie hat ein

geheimnis, von dem keiner wissen darf, besonders nicht die

oberschwester, weil sie sonst nicht mehr auf der i arbeiten

darf, dabei ist es ein schönes geheimnis, heute darf ich es

auch verraten sie ist schwanger. woher ich weiß, das sie

schwanger ist keine ahnung -bin wohl auf geradem weg ins

irrenhaus-, aber das sie dann die station verlassen muss,

wenn es bekannt wird, weiß ich von ihr. sie betreut mich

gern, liest mir sogar aus der zeitung vor, was den "drachen"

in range bringt, --ob sie nichts anderes zu tun hat?--, wird

gleich gefragt und außerdem sei alles, was mich aufregt von

mir fern zuhalten. warum bleibt sie dann nicht weg, hätte

ich beinahe gefragt, verkneif ich mir, der nächste

verbandswechsel kommt bestimmt, das tut auch ohne

wütende schwester schon weh genug. ach ja

verbandswechsel, die finden anfangs täglich und unter op

bedingungen statt, so oft und so lange es geht, bin ich nicht

da -im übertragenen sinne natürlich, weglaufen kann ich ja

nicht-. nur der oberarzt holt mich manchmal zurück, wenn

er mir erklärt, was er gerade macht oder wenn wieder ein

finger keinen verband mehr benötigt -komisch von hier aus

betrachtet, hätten wir zwei auch allein im raum sein

können, ich kann mich nicht erinnern, wie viele noch dabei

waren. aber ich weiß, ich habe ihm viel zu verdanken, das

ich nicht in eine spezialklinik musste, das mein gesicht und

alles andere wieder so ist, wie es ist. hätte auch viel

schlimmer enden können. ich habe nie wirklich danke

gesagt!!!! weil ich dieses 2.leben nicht wirklich wollte, zu

sehr mit mir selbst im klinisch lag. ich tue es hiermit .danke!

nein nicht vielleicht, bestimmt sogar !!! wann genau ich die

erste eigenhauttranspantation im op hatte weiß ich nicht

mehr genau, nur das es einen ganzen arbeitstag dauerte, bis

ich wieder auf der i ankam. ab da an bekam ich meine

tägliche große dauerdosis schmerzmittel über das

rückenmark -bei der ersten transplantation wurde das rechte

bein "gemacht", mir fällt kein besseres wort ein. 10 tage

warten bis man weiß, ob es geklappt hat, ach nein,

riechproben wurden gemacht und nach den krabbelnden

maden gefragt, ist ein scherz, nicht von mir, von einem der

doc´s, mir war nicht nach scherzen zumute, eher nach

duschen, aber das darf ich als mumie natürlich nicht!!


---2004, CHAOSJAHR, Teil 6, Kur 1---07.03.2007, 17:37 Uhr

es ist der 19 .april 2004, früh gegen 6.00 als ben david und

mich nach chemnitz bringt, zum treffpunkt am busbahnhof.

so gegen 7.30 uhr soll der bus losfahren richtung wiek auf

rügen. jede menge menschen stehen schon an der

haltestelle, einige mit listen, die schon fast krampfhaft

versuchen festzustellen, wer in den bus gehört und wer nur

verabschiedet, totales chaos, kinder die rein und raus

laufen, es lässt sich nicht feststellen, wer zu wem gehört,

manche gesichter kenne ich, wenn ich auch die namen nicht

kenne, die welt ist halt in dorf. als endlich auch der letzte

koffer verstaut ist, blicken auch die personenzähler durch,

eine frau mit ihren kindern fehlt, hektisches telefonieren

beginnt, wo stecken sie, stehen sie im stau, montags gar

nicht so unüblich, fahren sie überhaupt mit. während dessen

werden wir anderen gebeten den bus nicht mehr zu

verlassen, wohl damit es sich keiner anders überlegt, ich

verabschiede mich von ben, 4 wochen zeit zum

nachdenken, zeit für mich, doch vorher warten noch 8

stunden fahrt im bus mit pausen, die trennen mich noch,

von der zeit für mich. david steht den anderen meist

jüngeren kindern im zappelig sein in nichts nach, er ist

aufgedreht, wie schon lange nicht, das kann anstrengend

werden nicht nur für mich, den anderen müttern geht es

nicht besser. inzwischen ist es 8 uhr durch von der

fehlenden mutter immer noch keine spur, aber der bus setzt

sich dennoch in bewegung, und im gegensatz zu 1999 fahre

ich sogar mit, damals sollte ich schon einmal fahren, nur

starb mein vater zwei tage vorher, so das ich wohl die

fehlende person war, damals. der fahrer hält die übliche

einweisung, rauchen, telefon, kotztüten -sehr wichtig bei

kindern-, toiletten -auch sehr wichtig für kinder und mütterach,

die will er nicht putzen, dann hätte man sie auch gleich

ausbauen lassen können, brächte ein paar sitzplätze mehr,

und der bus soll bitte nicht bekleckert werden, dann fahre

rentner und keine kinder oder kleckern die auch? für die

versorgung ist gesorgt und in der ersten pause wird sie

verteilt. die arme mutti hinter mir, die mit gebrachten kekse

sind schon längst aufgebraucht, drei kleine "bob der

baumeister", alle im besten spaßalter zwischen 2 und 6, da

ist bestimmt leben in der bude. für die kids gibt es "findet

nemo" am bordfernseher, nur die wenigsten von ihnen

schauen hin, hören können sie gleich gar nichts, bei dem

lärmpegel, sind alle viel zu aufgedreht. fensterplätze sind

halt arg rar in so einem bus, na david hat einen, möchte

aber den film sehen und hören. so habe ich zeit meine

augen ein wenig wandern zu lassen, vor uns sitzt eine etwa

30 jährige frau, später ina, zwei kinder, junge und mädchen,

der junge ist in etwa so alt wie david, das mädchen

vielleicht ein bis zwei jahre jünger, um den streit um den

fensterplatz zu beenden werden gerade zeiten ausgemacht,

jeder immer eine halbe stunde, prima idee, hilft zumindest

vorerst. einige kinder von ganz vorn, spielen im gang

fangen, der fahrer plärrt ins micro, das sie sich hinsetzen

sollen, sitzen tun sie immer noch nicht, aber er hat

immerhin erreicht, das das kleinkind von ganz hinten

erschrocken zu weinen anfängt, es lässt sich einfach nicht

beruhigen, so läuft jetzt die mutti im gang wippend auf und

ab, mit kind auf dem arm, jedes mal, wenn sie sich

hinsetzen will, fängt das weinen von vorne an, die kleine

vielleicht zwei hat ihre mutter schon gut im griff, da kann

man nicht meckern oder nur staunen. wo sind wir überhaupt

zeitmäßig, gerade erst 2 stunden vorbei, mensch die zeit

steht ja. schlafen wäre eine gute idee, findet david nicht, der

möchte plötzlich auf seinen fensterplatz verzichten, also

platztausch. kaum geschehen tauschen wir die plätze

zurück, kann im gang nichts sehen, hätte ich ihm auch

gleich sagen können. oh, der bus verlässt die autobahn,

endlich eine rast, denkste baustelle umleitung, rast

verschiebt sich. die mutter, später conny, von den drei bob

´s, möchte wohl auch lieber nach hause, vorlesen keine lust

ein anderer film,hat er vergessen und warum nicht einfach

an einem spielplatz halten zum zappelabbau, geht nicht sind

schon hinter dem zeitplan, man langsam könnte ich dem

fahrer, die kinder lösen das problem auf ihre weise, sind

nicht mehr ruhig zu bekommen, der nächste mc-donald´s ist

ihrer, wieder erst belehrung vom fahrer , auf die kinder

achten, klasse tipp, wer macht das nicht, in einer halben

stunde wieder im bus, alle, vollzählig, wer nicht da ist,

muss sehen wie er kommt, kann er stecken lassen, darf er

gar nicht. macht er die türen nun endlich auf oder müssen

die kleinen zum äußersten greifen und die tür eintreten,

nein, auf unsere wertsachen sollen noch wir achten, hier

wird geklaut, wir kommen alle zum ersten mal aus dem

kuhstall raus, mann, du hast so recht, das hätten wir nicht

gewusst, der ist von conny, die tickt wie ich, gefällt mir,

wir werden noch viel spaß haben. die meisten von uns

steuern den bekanntlich recht spärlich bestückten außen

spielplatz von mc an, kinder parken für den toilettengang,

passt du auf mein kind auf, pass ich auf dein´s auf. klappt

prima, hätten wir den fahrer nicht für gebraucht, schaffen

wir auch allein. nach einer halben stunde ist natürlich

keiner wieder im bus, geschweige denn hat sich das

versorgungspaket abgeholt, dafür ein erstes, wo kommst du

her, das erste anschnüffeln halt. mandy, die mit dem

wippkind, kommt aus chemnitz, hat das

mitteilungsbedürfnis eines wasserfalls, na ja vielleicht hat

sie zuhause auch niemanden zum reden. der fahrer wird

leicht ungehalten, jetzt fahren wir aber durch bis wir da

sind, müssen zeit aufholen, jetzt werden nicht die kinder

laut sondern die mütter, deshalb kann ich nicht mehr

verstehen, was er vor sich hin ins micro murmelt, war aber

wohl auch nichts nettes. dafür hat eine mutti eine dvd oder

video aus der tasche gezaubert, ein neuer film, ratet bob der

baumeister, alles was jünger als acht ist, sitzt auf seinem

platz und guckt, diese altersgruppe ist durchaus in der

überzahl, hier im bus. ruhe, ich schlafe ein, wecke erst

wieder auf als es zur zweiten rast gerufen wird, der ablauf

ist ja schon bekannt. dann sind wir schon auf rügen, müssen

nur noch quer über die insel, wenn ich die landkarte richtig

in erinnerung habe, die strassenkarte sieht da aber wohl

eine besichtigungstour der ganzen insel vor, es dauert und

dauert, meine disharmonien machen sich bemerkbar,

allerdings nicht nur bei mir, manche von den kindern sind

inzwischen zu kleinen monstern mutiert, mein´s auch,

möchte auf keinem fall mehr sitzen bleiben, die plätze

haben wir schon vor stunden wieder getauscht, weil von

den hintern sitzreihen der bobs ständig kekse und andere

nettigkeiten geflogen kamen und david keine lust hatte

mülleimer/sammler zu spielen, aber ich wohl, conny´s

entschuldigung hilft da auch nicht wirklich. zumindest

fliegt das ganze jetzt nur noch unter den sitzen lang. mit

dem fahrer möchte ich jetzt nicht mehr tauschen, wenn er

morgen den bus reinigen muss, hätte er mal doch lieber

rentner gefahren, die verlieren höchstens ...-nein das ist

gemein, und wir werden alle alt-. endlich hält der bus,

angekommen es ist weit nach 18.00 uhr, bevor irgendwer

verloren geht, werden wir, wie die hammel, in den

speisesaal getrieben, sorry ich weiß, ihr wolltet nur schnell

noch das abendbrot hinter uns bringen und dann ordnung in

das chaos bringen, zimmeraufteilung, erster plan für

morgen, dienstag, komisch unsere koffer fanden ihren weg

allein, ach nein, die trugen auch namensschilder, wie unsere

zimmertüren auch, so haben sie leicht zueinander finden

können! wir haben es da schwerer, müssen unter all dem

stimmengewirr unsere namen, häuser und zimmernummern

heraushören. für den ersten tag kur habe ich genug, meine

nerven aber nicht, davon aber im nächsten blog.


---2004, CHAOSJAHR, Teil 10--- ROSALIE 115.03.2007, 11:17 Uhr

so gegen 22.45 versammelt sich zum zweiten mal an

diesem tag das gesamte op team, rosalie´s herztöne werden

schlechter, es wird eigentlich nur noch auf die oberärztin

gewartet. da der muttermund inzwischen weit genug

geöffnet ist, wird nun doch noch ein letzter versuch mit der

saugglocke unternommen, 23.03 uhr wird rosalie geboren,

noch vor dem eintreffen der oberärztin. noch bevor

irgendwer einen blick auf rosalie werfen konnte, wird sie

sofort von der hebamme ist nebenzimmer zur kinderärztin

gebracht. rosalie ist mein drittes kind und ich weiß sofort

etwas stimmt nicht. die beiden ärztinnen die die geburt

bekleidet haben, folgen ihr, eine von ihnen ist nach nur

einer minute wieder zurück, ein blick in ihr gesicht spricht

bände, --das ist von der saugglocke oder der sonde, bildet

sich bestimmt in den nächsten tagen wieder zurück.-- wie

zur selbsthypnose wiederholt sie das ein paar mal. -die

sonde wurde bei rosalie zur überprüfung der herztöne

eingesetzt- endlich darf auch ich einen kurzen blick auf

rosalie werfen, schnell das obbligatorische foto und schon

ist die kleine maus auf dem weg zur säuglingsstation, erst

jetzt werden wir nach dem namen gefragt, erfahren größe,

gewicht usw. vorerst offizelle erklärung die herztöne und

die atmung sind durch die geburt beeinträchtigt, rein zur

vorsorge, in den zwei minuten in denen ich sie im arm

halten durfte, ist mir die veränderung an rosalie´s linker

gesichtshälfte gar nicht aufgefallen. doch die sorge in den

gesichter aller umstehender spricht bände, am liebsten wäre

ich sofort rosalie hinter gegangen, geht aber leider nicht.

und ben hat noch gar nicht mitbekommen, das etwas nicht

stimmt, ok, ist sein erstes kind, haut wohl jeden um, und

man will auch gar nicht wahr haben, das etwas nicht in

ordnug sein könnte. endlich findet die hebamme doch den

mut, das eigentliche problem anzusprechen, die

veränderung in der linken gesichtshälfte und auch sie

beruhigt uns und sich mit den worten, das kann nur von der

saugglocke oder der sonde sein, geht wieder weg. nur

glauben kann sie selbst nicht daran. heute nacht darf ich

nicht mehr zu rosalie gehen, eigentlich war geplant ,das ich

mit ihr ein paar stunden nach der geburt das krankenhaus

verlasse, da ja kein kaiserschnitt notwendig war, rosalie

muss bleiben, also bleibe auch ich. als geplanter nicht

durchgeführter kaiserschnitt habe ich ein ruhiges

einzelzimmer, störe niemanden wenn ich wieder das licht

nicht lösche, wieder nicht schlafe. ben ist gegen ein uhr

morgens nach hause gefahren, schlafen, das erste und

einzige foto vorzeigen, damit steffi und david ihre kleine

schwester kennen lernen können. gegen fünf hält mich

nichts mehr im bett, morgentoilette, ein spaziergang auf

dem flur, wenn ich schon nicht zu rosalie darf, die

nachtschwester hält mich auf --wo wollen sie denn hin ?

wann gedenken wir denn mal zu schlafen?-- ,--sie schlafen

doch auch nicht und mir ist nicht danach, kann ohne

aplträume hier sowieso nicht schlafen, wann darf ich auf

die säuglingsstation?--, --kommen sie, ich rufe gleich mal

an !-- die ganze zeit denke ich, dieses gesicht kennst du

doch, du und dein miserables gedächtnis, es fällt mir

einfach nicht ein, aber ich darf zu rosalie, einfach nur über

den gang, in einer halben stunde soll ich zurück sein, wegen

der puls-und temperaturkontrolle. einmal über den gang,

die nachtschwster wartet schon, auf mich, im zimmer

stehen drei kleine bettchen, alle belegt, also nicht die

normalen bettchen, sondern, die für die

intensivüberwachung. an jede menge kabel angeschlossen

und nur mit windel, liegt sie da, klein zierlich, aus vollem

hals brüllend, ist aber auch kalt diese welt und dann so

allein, mir kommen einfach die tränen. anfassen, streicheln

darf ich sie, aber nicht herausnehmen, die schwester steht

neben mir und redet auf mich ein, dringt aber überhaupt

nicht zu mir durch, zumindest kann ich nicht sagen,

worüber sie gesprochen hat. keine ahnung wie lange ich da

schon so gestanden habe, irgendwann taucht lehrschwester

marion auf, bringt das thermometer und mist den puls, der

ist natürlich bedenklich, wir mogeln, nie würden wir das

tun, nein nie, ehrlich nicht. ich frag nebenbei mal mit nach

der zeit, es ist schon nach sieben und mein frühstück steht

im zimmer, bekomme ich zu hören, so gehe ich vorerst mit

ihr mit. erst um neun soll rosalie zum ersten ultraschall, da

möchte ich unbedingt dabei sein, schärfe ich der schwester,

die inzwischen eine andere ist, ein. noch hoffe ich die

schwellung gibt sich wieder, um ehrlich zu sein ich brauche

tage bis es im kopf ankommt, das geht nicht weg, das wird

bleiben ihr leben lang. leider kommt mir die visite

dazwischen so bin ich erst um zehn nach neun zurück bei

rosalie, die ist aber schon weg und keine schwester

aufzutreiben, die mir sagen kann, wo die

ultraschalluntersuchung stattfindet, als ich endlich eine

gefunden habe, werde ich ungemütlich, es könne nicht so

schwer sein einfach mal über den gang zu telefonieren, ich

habe ausdrücklich gesagt, das ich dabei sein will bei der

untersuchung. muss ich mich heute nochmals

entschuldigen, ich habe die falsche schwester zusammen

gefalltet, aber auch die nächste ist die falsche, der

kinderarzt hatte sich rosalie schon kuz nach acht zur

untersuchung geholt und ich durfte auf sein geheiß hin

nicht informiert werden, das ende vom lied, der konnte sich

frisch machen aber richtig, ich weiß nicht, wer am ende

lauter wurde, anmerken möchte ich, ich habe nicht

angefangen zu brüllen, ergebisse der untersuchung will er

mir auch erst mitteilen, wenn er alle tests habe, --gut dann

nehme ich rosalie jetzt mit!--, das wirkt ich erfahre, was ich

wissen will. herz und lunge arbeiten inzwischen normal,

und die wange sei wahrscheinlich ein lymphangiom -heute

weiß ich, was das ist aber damals, waren es böhmische

dörfer für mich, ich empfehle www.lymphangiom.de von

regina beeren, bevor ich hier einen med.fachartikell

schreiben muss- aber ich darf sie endlich in den arm

nehmen, selbst versorgen, auch wenn sie noch auf station

bleiben muss.

Manngold23.03.2007, 07:57

Ein Alptraum für jede Mutter- diese Ungewissheit


---2006, TEIL 4, STEFFI---02.04.2007, 14:12 Uhr

das steffi ausgerechnet auf der mildret scheel station liegen

soll, macht mir angst, denn im allgemeinen ist es die

krebsstation für kinder, blöder ausdruck, aber bei der

fachbezeichnung hämatologische-onkologische station

würde ein laie nicht verstehen, warum ich so besorgt war

oder dringend nach einem med. wörterbuch verlangen. wir

sind kaum aus dem fahrstuhl, da höre ich steffi schon heftig

schimpfen, schluchzen, weinen, ich weiß zwar noch nicht,

worum es geht, aber ich kann sie verstehen, auch sie kennt

die station, auch sie hat angst und manchmal hat auch mein

sonst so großes mädchen gern die mama dabei, möchte

einfach nochmals ganz klein sein, beschützt werden.

möchte einfach den heile segen hören und wissen es ist

gleich alles viel besser, so wie es war, als sie noch ein

kleines kind war, und mal auf die knie gefallen war, diese

blutig waren. leider hilft der heile segen diesmal nicht, nein

er hat gänzlich versagt. steffi ist wütend auf alle, besonders

auf mich, weil ich es zu gelassen habe, das sie jetzt wieder

im krankenhaus liegt, noch dazu so weit weg von ihrem

freund. die schwester hat ihre liebe not mit ihr, steffi

möchte unbedingt aufstehen möchte zur toilette, aber das

darf sie nicht. sie darf auf keinen fall aufstehen bis der arzt

da war und die ultraschall- untersuchung ausgewertet ist.

das alles haben wir schon gehört, bevor wir das zimmer

betreten haben, ohne überhaupt mit jemanden gesprochen

zu haben, weiß ich, das es ernst ist, sehr ernst. steffi liegt

mit einem trotzigen gesicht in ihrem bett, ist immer noch

total verheult. wenn blicke töten könnten, wäre ich glatt

umgefallen, ebenso herzlich ist die begrüßung. so wie die

schwester gerade noch steffi tröstete, legt sie mir jetzt die

hand auf den arm und verlässt das zimmer, um den arzt

anzurufen. mit steffi ist im moment nicht zu reden, um

überhaupt etwas zu tun räume ich ihre sachen in den

schrank, damit hatte die schwester schon bekonnen, so weiß

ich, welcher schrank für steffi vorgesehen ist. ben redet

während der ganzen zeit auf steffi ein, macht es aber auch

nicht besser, der vortrag und die alten abgestandenen witze

zeigen nur, das er im moment ziemlich hilflos ist, da geht

es ihm, wie mir. es dauert nur minuten bis der

diensthabende arzt das zimmer betritt. für mich sind es

stunden. die nachrichten, die er bringt sind auch nicht

besser, thrombose vom knie bis in die hüfte, die hauptvene

komplett zu, schon in freiberg hatte man steffi das bein

komplett eingebunden, um den blutstau abzubauen. bevor

ich noch einwerfen kann thrombose, ist doch eine krankheit

für rentner -sorry, was besseres fiel mir damals nicht ein

und heute auch nicht-, geht es schon weiter, die thrombose

hat schon mehrere lungenembolien ausgelöst, es bestehe

akute lebensgefahr, steffi kann auf der station intensiv

überwacht werden und es ist ruhiger als auf anderen

stationen, deshalb liege sie im mildret scheel haus, hilft ihr

und mir im moment auch nicht. nach dem auslöser gefragt,

erhalten wir nur ein achselzucken, er sei auch nur der

vertreter des spezialisten für solche erkrankungen, dieser

sei heute nicht mehr zu sprechen, diverse tests würden aber

schon laufen. zumindest für steffi gibt es noch eine positive

nachricht, wenn sie nicht allein, also in bekleidung einer

schwester auf´s wc gehe, dürfe sie gehen, dies kelte aber

nur solange, wie sie sich daran halte. nett verpackte

drohung, merkt steffi gar nicht, sie wirkt schon glücklicher.

für heute abend können wir ihr nur noch das telefon

einrichten und hoffen !!!

erst auf der heimfahrt realisiere ich richtig, was gerade

gesagt wurden ist, steffi´s schmerzen in der brust waren

jedes mal lungenembolien, das wasser in der lunge wurde

durch sie ausgelöst, nichts mit kalter/trockener

lungenentzündung, all die spritzen und tabletten waren

völlig wirkungslos. ihre schmerzen im bein, die vom liegen

kommen sollten, denen keiner auch nur beachtung

schenkte, hätten sie im endeffekt töten können, weil sie

durch die thrombose ausgelöst wurden. es war reines glück,

das steffi noch lebt.